
Übelkeit und Erbrechen während einer Chemotherapie sind eines der am besten untersuchten Anwendungsgebiete von Cannabis. THC wirkt gegen Übelkeit (antiemetisch); es gibt dafür sogar verschreibbare Wirkstoffe. Eingesetzt wird es vor allem, wenn die üblichen Mittel nicht ausreichen. Die Entscheidung trifft die behandelnde ärztliche Praxis.
Eine der ältesten medizinischen Anwendungen
Schon vor der heutigen Debatte wurde Cannabis gegen Chemo-bedingte Übelkeit erforscht. THC kann das Brechzentrum dämpfen. Es gibt verschreibbare THC-Wirkstoffe, die genau hier eingesetzt werden können. Wie eine Verordnung abläuft, steht im Artikel zu medizinischem Cannabis.
Cannabis ist dabei meist eine Ergänzung, kein Ersatz für moderne Mittel gegen Übelkeit.
Cannabis und Chemo-Übelkeit auf einen Blick
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Studienlage | vergleichsweise gut |
| Wirkung | THC kann Übelkeit dämpfen |
| Verschreibbar | ja, auch synthetische THC-Wirkstoffe |
| Einsatz | wenn Standardmittel nicht reichen |
| Zusätzlich | kann den Appetit anregen |
Was belegt ist
Im Vergleich zu vielen anderen Anwendungen ist die Datenlage hier solider.
Studienlage bei Chemo-Übelkeit
Abbildung 1: Eines der am besten untersuchten Anwendungsgebiete.
Was Betroffene wissen sollten
Wichtig: Es geht um die Linderung von Begleitsymptomen der Therapie – nicht um eine Krebsbehandlung. Mehr dazu im Artikel zu Cannabis bei Krebs. Ob und welcher Wirkstoff infrage kommt, hängt vom Einzelfall ab. Auch Nebenwirkungen wie Müdigkeit spielen eine Rolle. Die Entscheidung trifft das Behandlungsteam.
Häufige Fragen
Hilft Cannabis gegen Übelkeit bei Chemo?
Dafür gibt es vergleichsweise gute Belege. THC kann Übelkeit dämpfen.
Gibt es verschreibbare Wirkstoffe?
Ja, auch synthetische THC-Wirkstoffe können verordnet werden.
Wann wird Cannabis eingesetzt?
Vor allem, wenn die üblichen Mittel gegen Übelkeit nicht ausreichen.
Regt Cannabis den Appetit an?
THC kann appetitanregend wirken, was bei Therapien hilfreich sein kann.
Behandelt Cannabis den Krebs?
Nein. Es geht nur um Begleitsymptome wie Übelkeit.
Wer entscheidet darüber?
Das behandelnde ärztliche Team.
Referenzen und Quellen
- Whiting, P. F. et al. (2015): „Cannabinoids for Medical Use: A Systematic Review and Meta-analysis.“ JAMA, 313(24).
- Smith, L. A. et al. (2015): „Cannabinoids for nausea and vomiting in adults with cancer receiving chemotherapy.“ Cochrane Database.
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Begleiterhebung, 2022.
