Hanfbeton & Hanfdämmung: Bauen mit Hanf


Block aus Hanfbeton und Hanf-Dämmfasern auf einer Baustellen-Fläche
Hanfbeton verbindet Dämmung mit einer guten CO₂-Bilanz.[1]
Kurz erklärt

Hanfbeton (Hempcrete) ist ein Baustoff aus den holzigen Hanfschäben, Kalk und Wasser. Er ist leicht, dämmend und atmungsaktiv und reguliert die Feuchtigkeit. Ein Pluspunkt ist die CO₂-Bilanz: Hanf bindet beim Wachsen Kohlenstoff. Hanfbeton ist kein tragender Beton, sondern wird vor allem zum Dämmen und Ausfachen genutzt.

Bauen mit der Hanfpflanze

Hanf ist nicht nur Faser und Lebensmittel, sondern auch Baustoff. Für Hanfbeton werden die holzigen Innenteile des Stängels (Schäben) mit Kalk gebunden. Das Ergebnis ist ein ökologischer Dämmstoff. Mehr zu den Einsatzgebieten steht im Artikel zu Nutzhanf.

Hanfbeton auf einen Blick

Punkt Details
Besteht aus Hanfschäben, Kalk, Wasser
Eigenschaften leicht, dämmend, atmungsaktiv
Feuchtigkeit wird reguliert
CO₂ Hanf bindet Kohlenstoff
Einsatz Dämmung, Ausfachung (nicht tragend)

Die Vorteile

Die Grafik zeigt, warum Hanfbeton beim ökologischen Bauen beliebt ist.

Pluspunkte von Hanfbeton

dämmtleichtreguliertFeuchtebindet CO₂

Abbildung 1: Dämmung und gute Ökobilanz in einem Material.

Grenzen und Einsatz

Hanfbeton ist nicht tragfähig wie klassischer Beton. Er wird daher zusammen mit einem Tragwerk (z. B. aus Holz) verwendet und füllt Wände aus oder dämmt sie. Seine Stärke liegt im gesunden Raumklima: Er nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Für nachhaltiges Bauen ist er deshalb ein spannender Baustoff – auch wenn er nicht jede Aufgabe übernehmen kann.

Herstellung und Verarbeitung von Hanfkalk

„Hanfbeton“ heißt fachlich korrekt Hanfkalk, denn er enthält keinen Zement. Die Herstellung von Hanfbeton beruht auf einer einfachen Mischung: Hanfschäben (das holzige Innere des Stängels) werden mit einem mineralischen Bindemittel – meist Naturkalk bzw. natürlich hydraulischer Kalk (NHL) – und Wasser vermengt. Das Bindemittel umhüllt die Schäben und lässt sie binden; nach der Trocknung entsteht ein leichter, stabiler Baustoff. Das Aushärten des Hanfkalks dauert dabei länger als bei Zementbeton.

Bei der Verarbeitung von Hanfkalk gibt es zwei Wege: Man stampft die feuchte Masse direkt in Schalungen ein, oder man mauert mit vorgefertigten Hanfsteinen. Mit solchen Hanfsteinen geht der Bau schneller. Anbieter wie IsoHemp (Hanfsteine) oder Kalk-Spezialisten wie Prokalk und Schönthaler liefern passende Baustoffe. Der größte Pluspunkt ist die niedrige Wärmeleitfähigkeit: Hanfkalk dämmt sehr gut und speichert sogar CO₂. Zu den Vor- und Nachteilen gehört, dass Hanfkalk meist nicht tragend ist – für jeden Bauherrn ist er daher vor allem als ökologische Dämmung in Kombination mit einem Tragwerk interessant.

Häufige Fragen zu Hanfbeton

Was sind die Nachteile von Hanfbeton?

Er ist nicht tragend, härtet langsam aus und ist in der Anschaffung oft teurer als konventionelle Dämmstoffe. Dafür ist er ökologisch und atmungsaktiv.

Wie wird Hanfbeton hergestellt?

Aus Hanfschäben, einem Kalk-Bindemittel (z. B. NHL) und Wasser. Die Mischung wird in Schalungen gestampft oder zu Hanfsteinen geformt.

Was kosten Hanfsteine?

Je nach Format und Hersteller liegen sie meist über klassischen Mauersteinen. Der genaue Preis hängt von Menge und Anbieter ab.

Wie lange ist Hanfbeton haltbar?

Sehr lange: Hanfkalk versteinert über die Jahre weiter und gilt als äußerst dauerhaft, wenn er vor stehender Nässe geschützt ist.

Woraus besteht Hanfbeton?

Aus Hanfschäben, Kalk und Wasser.

Ist Hanfbeton tragfähig?

Nein. Er dient zum Dämmen und Ausfachen, nicht als tragender Beton.[1]

Warum gilt er als ökologisch?

Weil Hanf beim Wachsen CO₂ bindet und der Stoff atmungsaktiv ist.

Reguliert Hanfbeton Feuchtigkeit?

Ja, er nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab.

Wo wird Hanfbeton eingesetzt?

Vor allem zur Dämmung und in Kombination mit einem Tragwerk.

Hat Hanfbeton mit THC zu tun?

Nein. Er wird aus Nutzhanf hergestellt.

Referenzen und Quellen

  1. Andre, C. M., Hausman, J.-F., Guerriero, G. (2016): „Cannabis sativa: The Plant of the Thousand and One Molecules.“ Frontiers in Plant Science, 7, 19. PubMed · DOI


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