Cannabis und MPU: Führerschein behalten oder zurückbekommen


Führerschein und Autoschlüssel auf einem Schreibtisch neben einem kleinen Cannabisblatt – Symbol für MPU
Cannabis am Steuer kann den Führerschein und eine MPU nach sich ziehen.
Kurz erklärt

Eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung, umgangssprachlich „Idiotentest“) kann angeordnet werden, wenn jemand wiederholt oder stark auffällig mit Cannabis im Verkehr wird. Geprüft wird vor allem das Trennungsvermögen – also ob man Konsum und Fahren sicher trennt. Oft ist ein Abstinenz- oder Kontrollnachweis nötig. Den Grenzwert selbst erklärt unser Artikel zum THC im Straßenverkehr.

Wann droht eine MPU?

Nicht jeder Verstoß führt sofort zur MPU. Sie kommt vor allem bei[1] wiederholten Verstößen, sehr hohen THC-Werten, einem Unfall unter Einfluss oder beim Mischkonsum mit Alkohol in Betracht. Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet sie an, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen.[1]

Dieser Artikel erklärt den Ablauf. Er ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

MPU bei Cannabis auf einen Blick

Punkt Details
Auslöser wiederholte Verstöße, hohe Werte, Mischkonsum
Kernfrage Trennungsvermögen Konsum/Fahren
Bestandteile medizinisch + psychologisch
Nachweise oft Abstinenz oder kontrollierter Konsum
Belege z. B. Urin- oder Haaranalyse
Ziel Fahrerlaubnis behalten oder zurück

So läuft es ab

Von der Auffälligkeit bis zur Entscheidung führt ein klarer Weg. Die Grafik zeigt ihn.

Von der Auffälligkeit zur MPU

auffälliggewordenMPUangeordnetNachweise& VorbereitungGutachtenpositiv/negativ

Abbildung 1: Wer gut vorbereitet ist und Nachweise erbringt, besteht häufiger.

Wie man die MPU besteht

Der Schlüssel ist, glaubhaft zu zeigen, dass man Konsum und Fahren sicher trennt. Dazu gehören meist ein belegter Abstinenz- oder Kontrollzeitraum (etwa über eine Haaranalyse) und eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten. Eine Vorbereitung bei einer anerkannten Stelle erhöht die Chancen. Wichtig ist auch das Wissen um Wirkung und Nachweisbarkeit – mehr dazu im Artikel zu den Risiken.

Häufige Fragen zur MPU bei Cannabis

Was ist eine MPU?

Eine medizinisch-psychologische Untersuchung, die die Fahreignung prüft.

Wann wird sie bei Cannabis angeordnet?

Vor allem bei wiederholten Verstößen, sehr hohen THC-Werten oder Mischkonsum mit Alkohol.

Was wird geprüft?

Vor allem das Trennungsvermögen: Trennt jemand Konsum und Fahren zuverlässig?

Brauche ich einen Abstinenznachweis?

Häufig ja, etwa über Urin- oder Haaranalysen über einen bestimmten Zeitraum.

Kann ich die MPU selbst vorbereiten?

Eine Vorbereitung bei einer anerkannten Stelle wird dringend empfohlen.

Bekomme ich danach den Führerschein zurück?

Bei einem positiven Gutachten ja. Bei einem negativen muss man es später erneut versuchen.

Referenzen und Quellen

  1. Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) – Rechtsgrundlage für die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). gesetze-im-internet.de
  2. Straßenverkehrsgesetz (StVG), § 24a – Ordnungswidrigkeit ab 3,5 ng/ml THC im Blutserum (gültig seit 22. August 2024). gesetze-im-internet.de


Redaktioneller Informationsbeitrag für Erwachsene (18+). Keine Konsumaufforderung, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Stand bei Veröffentlichung; Gesetze und Studienlage können sich ändern.