Cannabis im Straßenverkehr: THC-Grenzwert & Führerschein

Lenkrad und Armaturenbrett eines Autos, davor ein Cannabisblatt – Symbolbild zu Cannabis im Straßenverkehr
Für Cannabis am Steuer gilt seit 2024 ein gesetzlicher THC-Grenzwert.
Kurz erklärt

Seit 2024 gilt in Deutschland ein THC-Grenzwert von 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum. Wer darüber liegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit: Es drohen in der Regel 500 Euro Bußgeld, ein Monat Fahrverbot und ein Punkt in Flensburg. Für Fahranfänger und Personen unter 21 Jahren gilt ein absolutes Cannabisverbot am Steuer. Wer Cannabis und Alkohol kombiniert, wird strenger bestraft.

Cannabis am Steuer: Das gilt seit der Legalisierung

Mit der Teil-Legalisierung kam die Frage auf: Darf man nach dem Konsum von Cannabis noch Auto fahren? Die klare Antwort lautet: nur, wenn man nüchtern genug ist. Cannabis kann die Reaktion, die Aufmerksamkeit und das Einschätzen von Entfernungen beeinträchtigen. Deshalb gibt es feste Regeln.

Bis 2024 galt ein sehr niedriger Wert. Eine Expertengruppe hat dann einen neuen Grenzwert empfohlen. Er orientiert sich an der Frage, ab wann eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit wahrscheinlich ist. Den rechtlichen Rahmen dazu erklärt unser Überblick zum Cannabis-Gesetz 2024.

THC im Straßenverkehr – Folgen-Checker

Seit 2024 gilt ein Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Wähle ein Szenario und sieh die rechtlichen Folgen.

Szenario
Fahre niemals unter Cannabis-Einfluss. Diese Übersicht informiert über mögliche Folgen und ist kein Freibrief. „Nachweisbar“ heißt nicht automatisch „fahruntüchtig“ – und umgekehrt. Angaben vereinfacht (Stand 2024), ohne Gewähr, keine Rechtsberatung. Siehe Nachweisbarkeit und MPU & Führerschein.

THC im Straßenverkehr auf einen Blick

PunktRegelung
Grenzwert3,5 ng/ml THC im Blutserum
Bei ÜberschreitungOrdnungswidrigkeit
Bußgeld (erstmalig)in der Regel 500 Euro
Fahrverbot1 Monat
PunkteEintrag im Fahreignungsregister (Flensburg)
Mit Alkohol kombinierthöheres Bußgeld, strengere Folgen
Fahranfänger / unter 21absolutes Cannabisverbot am Steuer
Bei Fahrfehlern/Unfallkann zur Straftat werden

Was bedeutet der Wert 3,5 ng/ml?

THC ist der Stoff in Cannabis, der berauschend wirkt. Nach dem Konsum gelangt er ins Blut. Dort lässt er sich messen, angegeben in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Ein Nanogramm ist ein Milliardstel Gramm – also eine winzige Menge.

Der Grenzwert von 3,5 ng/ml ist ein Schwellenwert. Bis dahin wird in der Regel keine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit angenommen. Darüber schon. Die folgende Infografik zeigt den Wert auf einer Skala.

Infografik einer Tacho-Skala mit der Markierung 3,5 ng/ml THC als Grenzwert im Straßenverkehr
Abbildung 1: Der Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Überblick.

Wichtig: THC ist oft länger im Blut nachweisbar, als der Rausch anhält. Der Grenzwert soll vor allem den zeitnahen Konsum erfassen. Wer regelmäßig konsumiert, kann den Wert aber auch nach längerer Pause noch erreichen.

Welche Strafen drohen?

Wer den Grenzwert überschreitet, ohne Fahrfehler zu machen, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Kommen Ausfallerscheinungen oder ein Unfall hinzu, kann daraus eine Straftat werden. Die Grafik zeigt die typischen Stufen.

Folgen bei Cannabis am Steuer

Ab 3,5 ng/ml500 € Bußgeld1 Monat Fahrverbot + PunktMit Alkoholhöheres Bußgeldstrengere FolgenFahranfänger / unter 21absolutes Cannabisverbotam SteuerBei Fahrfehlern/UnfallStraftat möglichFührerschein in Gefahr

Abbildung 2: Die wichtigsten Folgen – von der Ordnungswidrigkeit bis zur Straftat.

Bei einer Straftat drohen eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe, der Entzug der Fahrerlaubnis und unter Umständen eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). Die MPU wird oft „Idiotentest“ genannt.

Wie lange sollte man nach dem Konsum warten?

Eine feste Stundenzahl gibt es nicht. Wie lange THC nachweisbar ist, hängt von der Menge, der Häufigkeit des Konsums und dem eigenen Körper ab. Wer nur selten konsumiert, baut THC schneller ab als eine Person, die täglich konsumiert.

Die sichere Regel lautet daher: Im Zweifel nicht fahren. Wer am Vortag konsumiert hat und sich unsicher ist, sollte das Auto stehen lassen. Das gilt erst recht, wenn Cannabis und Alkohol zusammenkommen.

Cannabis und Autofahren: der neue THC-Grenzwert

Mit der Legalisierung von Cannabis im April 2024 stellte sich die Frage, ab wann man nach Cannabiskonsum nicht mehr fahren darf. Die Antwort kam mit einem neuen THC-Grenzwert: Seit Sommer 2024 gilt für den THC-Grenzwert im Straßenverkehr ein Wert von 3,5 Nanogramm je Milliliter Blutserum. Früher reichte schon 1 Nanogramm für Konsequenzen – der Wert wurde also angehoben, weil er besser zur tatsächlichen Wirkung von Cannabis passt.

Praktisch heißt das: Wer mit Cannabis hinters Steuer will, sollte den Einfluss von Cannabis ernst nehmen. THC am Steuer über dem Grenzwert kostet in der Regel 500 Euro Bußgeld, einen Punkt und ein Fahrverbot. Wer also Cannabis und Auto fahren verbinden will, riskiert viel – im Zweifel gilt: nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Auch wer Cannabis medizinisch einnimmt, ist nicht automatisch ausgenommen, sollte den Wert aber mit dem Arzt besprechen. Wie lange THC überhaupt messbar ist, erklärt unser Artikel zur Nachweisbarkeit.

Häufige Fragen zu Cannabis im Straßenverkehr

Wie lange darf man nach einem Joint kein Auto fahren?

Je nach Menge und Häufigkeit mehrere Stunden bis über einen Tag. Im Zweifel gilt: erst fahren, wenn man sicher unter 3,5 ng/ml liegt – also lieber lange warten.

Wie lange ist man nach 1 Joint positiv?

Bei einmaligem Konsum ist der Wert oft nach einigen Stunden bis zu einem Tag wieder unter dem Grenzwert. Sicher vorhersagen lässt sich das aber nicht.

Welche Strafe droht bei Cannabis im Straßenverkehr?

Über dem Grenzwert in der Regel 500 Euro Bußgeld, ein Punkt und ein Monat Fahrverbot. Mit Alkohol kombiniert wird es teurer.

Wie viel Nanogramm habe ich, wenn ich jeden Tag kiffe?

Bei täglichem Konsum kann der THC-Wert dauerhaft erhöht sein und den Grenzwert lange überschreiten – Autofahren ist dann besonders riskant.

Wie viel THC ist beim Autofahren erlaubt?

Der Grenzwert liegt bei 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum. Wer darüber liegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.[1]

Welche Strafe droht bei Überschreitung?

Beim ersten Mal in der Regel 500 Euro Bußgeld, ein Monat Fahrverbot und ein Punkt in Flensburg.

Gilt der Grenzwert auch für Fahranfänger?

Nein. Für Fahranfänger in der Probezeit und für Personen unter 21 Jahren gilt ein absolutes Cannabisverbot am Steuer.[1]

Was passiert, wenn ich Alkohol und Cannabis kombiniere?

Die Kombination wird strenger bestraft. Es drohen ein höheres Bußgeld und weitere Folgen.

Wie lange ist THC im Blut nachweisbar?

Das ist sehr unterschiedlich. Bei seltenem Konsum oft einige Stunden, bei regelmäßigem Konsum deutlich länger. Eine feste Wartezeit gibt es nicht.

Kann ich meinen Führerschein verlieren?

Ja. Vor allem bei Fahrfehlern, einem Unfall oder wiederholten Verstößen kann die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Darf ich als Beifahrer Cannabis konsumieren?

Für die Fahrtüchtigkeit zählt nur, wer fährt. Beachte aber die allgemeinen Konsumverbote, etwa in der Nähe von Schulen oder in Gegenwart von Minderjährigen.

Referenzen und Quellen

  1. Straßenverkehrsgesetz (StVG), § 24a – Ordnungswidrigkeit ab 3,5 ng/ml THC im Blutserum (gültig seit 22. August 2024). gesetze-im-internet.de a b
  2. Bundesministerium für Gesundheit (BMG): „Das Cannabisgesetz – Fragen und Antworten.“ bundesgesundheitsministerium.de

Redaktioneller Informationsbeitrag für Erwachsene (18+). Keine Konsumaufforderung, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Stand bei Veröffentlichung; Gesetze und Studienlage können sich ändern.

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