
Cannabis hat Nebenwirkungen und Risiken. Kurzfristig sind das oft Mundtrockenheit, Schwindel, ein schneller Puls und manchmal Angst. Langfristig sind vor allem eine mögliche Abhängigkeit, Probleme mit Konzentration und Gedächtnis sowie Risiken beim Rauchen relevant. Besonders gefährdet sind Jugendliche, Schwangere und Menschen mit psychischer Vorbelastung. Dieser Text klärt sachlich auf.
Legal heißt nicht harmlos
Seit der Teil-Legalisierung ist Cannabis für Erwachsene erlaubt. Das bedeutet aber nicht, dass es harmlos ist. Wie bei Alkohol gilt: Es gibt Risiken, und es gibt Gruppen, für die der Konsum besonders riskant ist. Wer Bescheid weiß, kann besser auf sich achten.
Dieser Artikel klärt neutral über mögliche Folgen auf. Er ist keine medizinische Beratung. Wer Beschwerden hat oder unsicher ist, sollte ärztlichen Rat einholen.
Nebenwirkungen und Risiken auf einen Blick
| Zeitraum | Mögliche Folgen |
|---|---|
| Kurzfristig | Mundtrockenheit, rote Augen, schneller Puls, Schwindel |
| Kurzfristig (psychisch) | Angst, Unruhe, im Einzelfall Paranoia |
| Kurzfristig (Leistung) | schlechtere Konzentration und Reaktion |
| Langfristig | mögliche Abhängigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme |
| Beim Rauchen | Belastung der Atemwege |
| Besondere Risikogruppen | Jugendliche, Schwangere, psychisch Vorbelastete |
Kurzfristige und langfristige Folgen
Man unterscheidet, was direkt nach dem Konsum passiert, und was sich über die Zeit entwickeln kann. Die Infografik zeigt beides.

Die kurzfristigen Effekte verschwinden meist von selbst wieder. Die langfristigen Risiken hängen stark davon ab, wie früh, wie oft und wie viel jemand konsumiert. Gelegentlicher Konsum bei Erwachsenen ist anders zu bewerten als täglicher Konsum in jungen Jahren.
Für wen ist Cannabis besonders riskant?
Manche Gruppen sind stärker gefährdet. Für sie ist Vorsicht besonders wichtig.
Besondere Risikogruppen
Abbildung 2: Für diese Gruppen ist der Konsum mit besonderen Risiken verbunden.
Bei Jugendlichen befindet sich das Gehirn noch in der Entwicklung. Früher und häufiger Konsum kann sich auf Konzentration und Gedächtnis auswirken. Bei einer Veranlagung für psychische Erkrankungen kann Cannabis das Risiko für Psychosen erhöhen. Deshalb gilt die Altersgrenze von 18 Jahren.
Wie lässt sich das Risiko senken?
Ganz ohne Risiko ist Cannabis nicht. Wer dennoch konsumiert, kann das Risiko aber verringern: später anfangen (nicht als Jugendlicher), selten und in kleinen Mengen konsumieren, nicht vor dem Autofahren und nicht mit Alkohol kombinieren. Auch die Konsumform spielt eine Rolle – Rauchen belastet die Atemwege stärker. Mehr Wissen zu Wirkstoffen findest du im Artikel zu CBD und zu Cannabis und Schlaf.
Häufige Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen
Welche Nebenwirkungen hat Cannabis kurzfristig?
Häufig sind Mundtrockenheit, rote Augen, ein schneller Puls und Schwindel. Manchmal treten Angst oder Unruhe auf.
Kann man von Cannabis abhängig werden?
Ja, eine Abhängigkeit ist möglich. Das Risiko steigt mit früher, häufiger und hoher Dosierung.
Ist Cannabis für Jugendliche besonders riskant?
Ja. Das Gehirn entwickelt sich bis etwa 25. Früher Konsum kann Konzentration und Gedächtnis beeinträchtigen.
Kann Cannabis Psychosen auslösen?
Bei einer entsprechenden Veranlagung kann Cannabis das Risiko für Psychosen erhöhen.
Ist Rauchen schädlicher als andere Formen?
Rauchen belastet die Atemwege. Andere Konsumformen vermeiden diese Belastung, haben aber eigene Risiken.
Wie kann ich die Risiken senken?
Spät anfangen, selten und wenig konsumieren, nicht fahren, nicht mit Alkohol mischen.
Dürfen Schwangere Cannabis konsumieren?
Davon wird abgeraten. In Schwangerschaft und Stillzeit kann Cannabis dem Kind schaden.
Referenzen und Quellen
- National Academies of Sciences (2017): „The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids.“ Washington, DC.
- Volkow, N. D. et al. (2014): „Adverse Health Effects of Marijuana Use.“ New England Journal of Medicine, 370(23), 2219–2227.
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Informationen zu Cannabis und Risiken.
- Di Forti, M. et al. (2019): „The contribution of cannabis use to variation in the incidence of psychotic disorder.“ The Lancet Psychiatry, 6(5), 427–436.