Cannabis bei Migräne: Was die Forschung zeigt


Abgedunkeltes Schlafzimmer mit einem Glas Wasser und einem kleinen Glas auf dem Nachttisch
Bei Migräne wird Cannabis erforscht – die Datenlage ist noch begrenzt.
Kurz erklärt

Bei Migräne gibt es einzelne Hinweise, dass Cannabis Häufigkeit oder Intensität der Attacken verringern könnte. Eine Theorie ist ein möglicher Mangel im Endocannabinoid-System. Belastbare große Studien fehlen aber noch. Cannabis ist kein zugelassenes Migräne-Mittel und kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Dieser Text informiert nur.

Warum Cannabis bei Migräne erforscht wird

Migräne ist mehr als Kopfschmerz: Sie geht oft mit Übelkeit und Licht­empfindlichkeit einher. Eine Hypothese der Forschung ist, dass bei manchen Menschen das körpereigene Endocannabinoid-System aus dem Gleichgewicht ist. Genau hier setzen die Wirkstoffe der Hanfpflanze an – das macht das Thema interessant.

Wie Cannabis allgemein bei Schmerzen eingeordnet wird, zeigt der Artikel zu Cannabis bei Schmerzen.

Cannabis und Migräne auf einen Blick

Punkt Stand
Studienlage begrenzt, einzelne Hinweise
Mögliche Effekte weniger oder mildere Attacken (in Berichten)
Theorie Ungleichgewicht im Endocannabinoid-System
Zulassung keine spezielle für Migräne
Selbstbehandlung nicht ratsam

Was die Forschung zeigt

Es gibt erste Untersuchungen und viele Erfahrungsberichte, aber noch keine großen, eindeutigen Studien. Die Einordnung:

Studienlage bei Migräne

Migräne: begrenzte Hinweiseerste Studien & Berichte · große Belege fehlen

Abbildung 1: Spannend, aber noch nicht abschließend belegt.

Aus dieser Lage lässt sich kein Heilversprechen ableiten. Migräne sollte ärztlich abgeklärt und behandelt werden – auch, um andere Ursachen auszuschließen.

Vorsicht: Medikamenten-Kopfschmerz

Ein wichtiger Hinweis: Werden Mittel gegen Kopfschmerz zu häufig eingesetzt, können sie selbst Kopfschmerzen auslösen. Auch deshalb ist die ärztliche Begleitung wichtig. Mögliche Nebenwirkungen von Cannabis stehen im Artikel zu den Risiken.

Häufige Fragen zu Cannabis und Migräne

Hilft Cannabis gegen Migräne?

Es gibt einzelne Hinweise, aber keine großen, eindeutigen Studien. Ein Heilversprechen lässt sich nicht ableiten.

Was ist die Theorie dahinter?

Ein mögliches Ungleichgewicht im Endocannabinoid-System, an dem Cannabis ansetzen könnte.

Ist Cannabis für Migräne zugelassen?

Nein, es gibt keine spezielle Zulassung dafür.

Kann Cannabis Kopfschmerzen auch auslösen?

Möglich ist das. Auch andere Mittel können bei zu häufigem Gebrauch Kopfschmerz verursachen.

Sollte ich Migräne selbst mit Cannabis behandeln?

Nein. Migräne gehört ärztlich abgeklärt und behandelt.

Wer entscheidet über eine Behandlung?

Die behandelnde ärztliche Praxis im Einzelfall.

Referenzen und Quellen

  1. Russo, E. B. (2016): „Clinical Endocannabinoid Deficiency Reconsidered.“ Cannabis and Cannabinoid Research, 1(1), 154–165.
  2. Baron, E. P. (2018): „Medicinal Properties of Cannabinoids, Terpenes, and Flavonoids in Cannabis.“ Headache, 58(7).
  3. National Academies of Sciences (2017): „The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids.“


Redaktioneller Informationsbeitrag für Erwachsene (18+). Keine Konsumaufforderung, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Stand bei Veröffentlichung; Gesetze und Studienlage können sich ändern.