Cannabinoide im Überblick: THC, CBD, CBG, CBN & mehr


Abstrakte Molekülstrukturen über einem Cannabisblatt als Symbol für die Cannabinoide
Die Hanfpflanze enthält über hundert verschiedene Cannabinoide.[1]
Kurz erklärt

Cannabinoide sind die Wirkstoffe der Hanfpflanze. Über 100 verschiedene sind bekannt. Die wichtigsten sind THC (berauschend), CBD (nicht berauschend), CBG (eine Art Vorstufe) und CBN (ein Abbauprodukt). In der frischen Pflanze liegen sie als Säuren vor (z. B. THCA) und werden erst durch Hitze aktiv. Sie wirken über das Endocannabinoid-System.

Mehr als nur THC und CBD

Die meisten kennen nur zwei Wirkstoffe der Hanfpflanze: THC und CBD. Tatsächlich sind es über hundert. Diese Wirkstoffe heißen Cannabinoide. Jedes hat etwas andere Eigenschaften. Zusammen mit den Terpenen machen sie aus, wie eine Sorte wirkt und schmeckt.

Alle Cannabinoide wirken über das körpereigene Endocannabinoid-System. Dort docken sie an oder beeinflussen, wie das System arbeitet. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten.

Die wichtigsten Cannabinoide

Vier Cannabinoide tauchen besonders häufig auf. Die Infografik stellt sie kurz vor.

Infografik wichtige Cannabinoide: THC berauschend, CBD beruhigend, CBG Vorstufe, CBN Abbauprodukt
Abbildung 1: Vier wichtige Cannabinoide im Überblick.
Cannabinoid Kurz erklärt
THC (Tetrahydrocannabinol) der berauschende Wirkstoff, macht „high“
CBD (Cannabidiol) nicht berauschend, viel beforscht
CBG (Cannabigerol) gilt als „Mutter-Cannabinoid“, eine Vorstufe
CBN (Cannabinol) entsteht, wenn THC altert (Abbauprodukt)

Warum rohes Cannabis kaum wirkt

Ein wichtiger Punkt: In der frischen Pflanze steckt kaum aktives THC. Stattdessen liegt es als Säure vor, abgekürzt THCA.[1] Erst durch Hitze wird daraus aktives THC. Diesen Vorgang nennt man Decarboxylierung. Die Grafik zeigt ihn vereinfacht.

Von THCA zu THC durch Hitze

THCA(roh, inaktiv)+ Hitze (Decarboxylierung)THC(aktiv)

Abbildung 2: Erst Hitze macht aus der Säure THCA das aktive THC.

Deshalb wirkt roher Cannabis kaum berauschend, gerauchtes oder gebackenes dagegen schon. Bei Edibles ist dieser Schritt besonders wichtig.

Drei Arten von Cannabinoiden

Nicht alle Cannabinoide stammen aus der Pflanze. Man unterscheidet drei Gruppen. Phytocannabinoide sind die Cannabinoide der Hanfpflanze (Cannabis sativa) – dazu zählen THC und CBD. Endocannabinoide stellt der Körper selbst her; das bekannteste ist Anandamid. Synthetische Cannabinoide werden im Labor hergestellt; sie sind chemisch oft ganz anders aufgebaut und können gefährlich sein.

Diese körpereigenen Stoffe und die pflanzlichen CBD und THC nutzen dieselben Andockstellen. Genau deshalb kann die Pflanze überhaupt im menschlichen Körper wirken.

Wie wirken Cannabinoide im Körper?

Cannabinoide wirken über das Endocannabinoidsystem (kurz ECS). Dieses System steuert mit eigenen Endocannabinoiden Dinge wie Stimmung, Appetit und Schmerz. Es besitzt zwei wichtige Rezeptoren: CB1 sitzt vor allem im Gehirn – hier entsteht die psychoaktive Wirkung von THC. CB2 findet sich mehr im Immunsystem. Vereinfacht gesagt beeinflussen Cannabinoide so, wie Neurotransmitter im Körper weitergegeben werden.

Diese Wirkung macht man sich auch medizinisch zunutze. Als Arzneimittel ist etwa Dronabinol (ein THC-Präparat) zugelassen, das unter anderem gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird. CBD wiederum kommt in einer geprüften Anwendung bei bestimmten Formen von Epilepsie zum Einsatz.

Spielen die kleineren Cannabinoide eine Rolle?

Neben den großen Vier gibt es viele seltenere Cannabinoide wie THCV oder CBC. Sie kommen meist nur in kleinen Mengen vor. Die Forschung untersucht, ob sie eigene Effekte haben. Zusammen mit Terpenen könnten sie die Gesamtwirkung mitprägen – das ist die Idee des Entourage-Effekts.

Häufige Fragen zu Cannabinoiden

Was sind Cannabinoide einfach erklärt?

Die Wirkstoffe der Hanfpflanze. Über 100 sind bekannt, die wichtigsten sind THC und CBD. Sie wirken über das körpereigene Endocannabinoidsystem.

Was machen Cannabinoide im Körper?

Sie docken an Rezeptoren (CB1 und CB2) des Endocannabinoidsystems an und beeinflussen so unter anderem Stimmung, Appetit, Schmerz und Schlaf.

Was für Cannabinoide gibt es?

Pflanzliche Phytocannabinoide (wie THC, CBD), körpereigene Endocannabinoide (wie Anandamid) und im Labor erzeugte synthetische Cannabinoide.

Was bewirken Cannabinoide?

Das hängt vom Stoff ab: THC wirkt psychoaktiv, CBD nicht. Manche werden medizinisch genutzt, etwa gegen Übelkeit und Erbrechen.

Welche Cannabinoide sind am wichtigsten?

THC, CBD, CBG und CBN gehören zu den bekanntesten.

Was ist CBG?

Cannabigerol gilt als eine Art Vorstufe, aus der andere Cannabinoide entstehen.

Was ist CBN?

Cannabinol entsteht, wenn THC altert. Es ist also ein Abbauprodukt.

Warum wirkt rohes Cannabis kaum?

Weil THC in der frischen Pflanze als Säure (THCA) vorliegt. Erst Hitze macht es aktiv.

Was bedeutet Decarboxylierung?

Die Umwandlung der Säureform (z. B. THCA) in die aktive Form (THC) durch Hitze.

Gibt es nur THC und CBD?

Nein. Es gibt über hundert Cannabinoide, viele davon in nur kleinen Mengen.

Referenzen und Quellen

  1. Grotenhermen, F. (2005): „Cannabinoids.“ Current Drug Targets – CNS & Neurological Disorders, 4(5), 507–530. PubMed · DOI a b
  2. Russo, E. B. (2011): „Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects.“ British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344–1364. PubMed · DOI
  3. Chandra, S., Radwan, M. M., Majumdar, C. G. et al. (2019): „New trends in cannabis potency in USA and Europe during the last decade (2008–2017).“ European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience, 269(1), 5–15. PubMed · DOI


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