
Terpene sind die Duftstoffe der Pflanze. Sie bestimmen, ob eine Cannabis-Sorte nach Zitrone, Kiefer oder Erde riecht. Terpene kommen in vielen Pflanzen vor, nicht nur in Hanf. Zu den wichtigsten zählen Myrcen, Limonen, Pinen, Linalool und Caryophyllen. Sie prägen das Aroma und tragen möglicherweise zur Gesamtwirkung bei.[1]
Was sind Terpene?
Terpene sind natürliche Duftstoffe. Sie sorgen dafür, dass eine Zitrone nach Zitrone und eine Kiefer nach Kiefer riecht. Auch Lavendel, Pfeffer und Hopfen verdanken ihren Geruch den Terpenen. In Cannabis entstehen sie in den Trichomen – das sind die winzigen Harzdrüsen auf der Blüte.
Über 100 verschiedene Terpene wurden in Cannabis gefunden. Jede Sorte hat ihr eigenes Muster. Genau dieses Muster macht den typischen Geruch einer Sorte aus. Manche Terpene könnten zudem die Wirkung mitprägen – dazu mehr im Artikel zum Entourage-Effekt.
Terpene und Terpenoide: ein bisschen Chemie
Chemisch betrachtet sind Terpene Kohlenwasserstoffe, die aus kleinen Bausteinen, den Isopreneinheiten, zusammengesetzt sind. Je nach Zahl dieser Bausteine teilt man sie ein: Monoterpene (zwei Einheiten, leicht und flüchtig, etwa Limonen oder α-Pinen) und Sesquiterpene (drei Einheiten, schwerer und stabiler, etwa Humulen oder Caryophyllen).
Häufig liest man auch von Terpenoiden. Der Unterschied ist klein: Terpenoide sind Terpene, die durch Trocknung und Aushärtung leicht chemisch verändert wurden. Im Alltag werden die Begriffe Terpene und Terpenoide oft gleichbedeutend benutzt. In der Natur kommen weit über 30.000 dieser Moleküle vor – ein kleiner Teil davon steckt in Cannabis.
Terpen-Finder
Welche Wirkung suchst du? Wir zeigen dir die passenden Terpene, ihr Aroma und Beispielsorten.
Terpene auf einen Blick
| Punkt | Details |
|---|---|
| Was sind sie? | natürliche Duftstoffe der Pflanze |
| Wo entstehen sie? | in den Trichomen (Harzdrüsen) |
| Auch in | Zitrusfrüchten, Kiefer, Lavendel, Pfeffer |
| Anzahl in Cannabis | über 100 verschiedene |
| Bestimmen | Aroma und Geschmack einer Sorte |
| Möglicher Beitrag | zur Gesamtwirkung (Entourage-Effekt) |
Die wichtigsten Terpene und ihre Aromen
Jedes Terpen hat einen eigenen Charakter. Das Terpen-Rad zeigt die fünf wichtigsten.
| Terpen | Aroma | Kommt auch vor in |
|---|---|---|
| Myrcen | erdig, leicht süß | Hopfen, Mango |
| Limonen | Zitrus | Zitronen, Orangen |
| Pinen | Kiefer, frisch | Kiefernnadeln, Rosmarin |
| Linalool | blumig, Lavendel | Lavendel |
| Caryophyllen | pfeffrig, würzig | schwarzer Pfeffer, Nelken |
| Humulen | holzig, hopfig | Hopfen, Minze |
| Terpinolen | frisch, leicht blumig | Muskat, Apfel |
| Ocimen | süß, krautig | Minze, Orchideen |
Neben diesen kommen kleinere Mengen weiterer Terpene vor, etwa Nerolidol (holzig), Bisabolol (mild, kamillig), Geraniol (rosig) und Camphen (erdig). Zusammen ergeben sie das charakteristische Profil einer Sorte.
Mögliche Wirkungen einzelner Terpene
Neben dem Aroma werden einzelnen Terpenen mögliche Effekte zugeschrieben. Wichtig: Das ist Forschungsstand, keine gesicherte Heilwirkung. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was häufig diskutiert wird.
| Terpen | Wird oft beschrieben als |
|---|---|
| Myrcen | beruhigend, entspannend |
| Limonen | stimmungsaufhellend |
| Linalool | beruhigend (wie Lavendel) |
| Pinen | klärend, frisch |
| Caryophyllen | würzig, möglicherweise antibakteriell |
Studien deuten an, dass solche Stoffe eine therapeutische Rolle spielen könnten, etwa eine beruhigende Wirkung oder eine stimmungsaufhellende Wirkung. Belege dafür stammen aber meist aus Labor- und Tierversuchen. Für den Menschen ist vieles noch offen.
Warum Terpene mehr als Geruch sein könnten
Lange galten Terpene nur als Duftstoffe. Heute vermutet die Forschung, dass sie auch die Wirkung mitprägen könnten. Die Idee: Terpene und Cannabinoide wie THC und CBD arbeiten zusammen. Diese Annahme nennt man Entourage-Effekt. Sie ist noch nicht abschließend belegt, aber ein spannendes Forschungsfeld. Wie Terpene im Körper überhaupt andocken könnten, hängt mit dem Endocannabinoid-System zusammen.
Praktisch heißt das: Das Terpen-Profil ist mehr als nur Geschmack. Wer Sorten vergleicht, achtet deshalb längst nicht nur auf den THC-Gehalt, sondern auch auf die Terpene. Bei vielen bekannten Sorten ist das Aroma ein wichtiges Merkmal.
Häufige Fragen zu Terpenen
Was genau sind Terpene?
Natürliche Duftstoffe der Pflanze. Sie bestimmen, wie eine Sorte riecht und schmeckt. Chemisch sind es Kohlenwasserstoffe aus Isopreneinheiten.
Was bewirken Terpene im Körper?
Sie prägen vor allem Aroma und Geschmack. Manche Terpene werden mit beruhigenden oder stimmungsaufhellenden Effekten in Verbindung gebracht – das ist aber noch nicht abschließend belegt.
Kann man Terpene riechen?
Ja. Terpene sind genau das, was du riechst, wenn eine Sorte nach Zitrone, Kiefer oder Lavendel duftet.
Was sind Terpene im Wald?
Dieselben Stoffe. Der frische Duft im Nadelwald stammt vor allem vom Terpen Pinen, das auch in Cannabis vorkommt.
Wo entstehen Terpene in Cannabis?
In den Trichomen, den winzigen Harzdrüsen auf der Blüte.[2]
Welches ist das häufigste Terpen?
In vielen Sorten ist Myrcen das häufigste Terpen. Es riecht erdig und leicht süß.
Riecht jede Sorte anders wegen der Terpene?
Ja. Jede Sorte hat ein eigenes Terpen-Muster und damit ein eigenes Aroma.
Haben Terpene eine Wirkung?
Sie prägen das Aroma. Ob und wie stark sie zur Wirkung beitragen, wird noch erforscht (Entourage-Effekt).
Kommen Terpene nur in Cannabis vor?
Nein. Sie stecken in vielen Pflanzen, etwa in Zitrusfrüchten, Kiefer und Lavendel.
Was ist Caryophyllen besonderes?
Es riecht pfeffrig und ist das einzige bekannte Terpen, das auch direkt an einen Cannabinoid-Rezeptor andocken kann.
Referenzen und Quellen
- Russo, E. B. (2011): „Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects.“ British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344–1364. PubMed · DOI ↩
- Desaulniers Brousseau, V., Wu, B.-S., MacPherson, S. et al. (2021): „Cannabinoids and Terpenes: How Production of Photo-Protectants Can Be Manipulated to Enhance Cannabis sativa L. Phytochemistry.“ Frontiers in Plant Science, 12, 620021. PubMed · DOI ↩

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