Terpene in Cannabis: Wirkung, Arten und Aromen


Makroaufnahme glitzernder Cannabis-Trichome mit Harz – hier entstehen die Terpene
In den Harzdrüsen der Blüte entstehen die Terpene – die Duftstoffe der Pflanze.
Kurz erklärt

Terpene sind die Duftstoffe der Pflanze. Sie bestimmen, ob eine Cannabis-Sorte nach Zitrone, Kiefer oder Erde riecht. Terpene kommen in vielen Pflanzen vor, nicht nur in Hanf. Zu den wichtigsten zählen Myrcen, Limonen, Pinen, Linalool und Caryophyllen. Sie prägen das Aroma und tragen möglicherweise zur Gesamtwirkung bei.

Was sind Terpene?

Terpene sind natürliche Duftstoffe. Sie sorgen dafür, dass eine Zitrone nach Zitrone und eine Kiefer nach Kiefer riecht. Auch Lavendel, Pfeffer und Hopfen verdanken ihren Geruch den Terpenen. In Cannabis entstehen sie in den Trichomen – das sind die winzigen Harzdrüsen auf der Blüte.

Über 100 verschiedene Terpene wurden in Cannabis gefunden. Jede Sorte hat ihr eigenes Muster. Genau dieses Muster macht den typischen Geruch einer Sorte aus. Manche Terpene könnten zudem die Wirkung mitprägen – dazu mehr im Artikel zum Entourage-Effekt.

Terpene auf einen Blick

Punkt Details
Was sind sie? natürliche Duftstoffe der Pflanze
Wo entstehen sie? in den Trichomen (Harzdrüsen)
Auch in Zitrusfrüchten, Kiefer, Lavendel, Pfeffer
Anzahl in Cannabis über 100 verschiedene
Bestimmen Aroma und Geschmack einer Sorte
Möglicher Beitrag zur Gesamtwirkung (Entourage-Effekt)

Die wichtigsten Terpene und ihre Aromen

Jedes Terpen hat einen eigenen Charakter. Das Terpen-Rad zeigt die fünf wichtigsten.

Terpen-Rad mit Myrcen erdig, Limonen Zitrus, Pinen Kiefer, Linalool Lavendel und Caryophyllen Pfeffer
Abbildung 1: Die fünf wichtigsten Terpene und ihre typischen Aromen.
Terpen Aroma Kommt auch vor in
Myrcen erdig, leicht süß Hopfen, Mango
Limonen Zitrus Zitronen, Orangen
Pinen Kiefer, frisch Kiefernnadeln, Rosmarin
Linalool blumig, Lavendel Lavendel
Caryophyllen pfeffrig, würzig schwarzer Pfeffer, Nelken

Warum Terpene mehr als Geruch sein könnten

Lange galten Terpene nur als Duftstoffe. Heute vermutet die Forschung, dass sie auch die Wirkung mitprägen könnten. Die Idee: Terpene und Cannabinoide wie THC und CBD arbeiten zusammen. Diese Annahme nennt man Entourage-Effekt. Sie ist noch nicht abschließend belegt, aber ein spannendes Forschungsfeld. Wie Terpene im Körper überhaupt andocken könnten, hängt mit dem Endocannabinoid-System zusammen.

Praktisch heißt das: Das Terpen-Profil ist mehr als nur Geschmack. Wer Sorten vergleicht, achtet deshalb längst nicht nur auf den THC-Gehalt, sondern auch auf die Terpene. Bei vielen bekannten Sorten ist das Aroma ein wichtiges Merkmal.

Häufige Fragen zu Terpenen

Was sind Terpene?

Natürliche Duftstoffe der Pflanze. Sie bestimmen, wie eine Sorte riecht und schmeckt.

Wo entstehen Terpene in Cannabis?

In den Trichomen, den winzigen Harzdrüsen auf der Blüte.

Welches ist das häufigste Terpen?

In vielen Sorten ist Myrcen das häufigste Terpen. Es riecht erdig und leicht süß.

Riecht jede Sorte anders wegen der Terpene?

Ja. Jede Sorte hat ein eigenes Terpen-Muster und damit ein eigenes Aroma.

Haben Terpene eine Wirkung?

Sie prägen das Aroma. Ob und wie stark sie zur Wirkung beitragen, wird noch erforscht (Entourage-Effekt).

Kommen Terpene nur in Cannabis vor?

Nein. Sie stecken in vielen Pflanzen, etwa in Zitrusfrüchten, Kiefer und Lavendel.

Was ist Caryophyllen besonderes?

Es riecht pfeffrig und ist das einzige bekannte Terpen, das auch direkt an einen Cannabinoid-Rezeptor andocken kann.

Referenzen und Quellen

  1. Booth, J. K. & Bohlmann, J. (2019): „Terpenes in Cannabis sativa – From plant genome to humans.“ Plant Science, 284, 67–72.
  2. Russo, E. B. (2011): „Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects.“ British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344–1364.
  3. Sommano, S. R. et al. (2020): „The Cannabis Terpenes.“ Molecules, 25(24), 5792.


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