Cannabis und Schlaf: Hilft THC bei Schlafstörungen?


Ruhiges dunkles Schlafzimmer bei Nacht mit sanftem Mondlicht und einem kleinen Glas auf dem Nachttisch
Cannabis und Schlaf: kurzfristig anders als auf lange Sicht.
Kurz erklärt

THC kann kurzfristig beim Einschlafen helfen. Gleichzeitig kann es den REM-Schlaf (die Traumphase) verkürzen. Bei regelmäßigem Konsum tritt oft eine Gewöhnung ein, und nach dem Absetzen kann der Schlaf vorübergehend schlechter werden. CBD wirkt anders und nicht berauschend. Die Studienlage ist begrenzt. Dieser Text informiert und ist keine medizinische Beratung.

Hilft Cannabis beim Schlafen?

Viele Menschen berichten, dass sie mit Cannabis schneller einschlafen. Das betrifft vor allem THC, den berauschenden Wirkstoff. Kurzfristig kann das stimmen. Doch Schlaf ist mehr als nur Einschlafen – und hier wird es komplizierter.

Unser Schlaf läuft in Phasen ab. Eine davon ist der REM-Schlaf, in dem wir träumen. Diese Phase ist wichtig für die Erholung und das Gedächtnis. Genau sie kann durch THC verkürzt werden. Wie Cannabis allgemein wirkt, steht im Artikel zu möglichen Risiken.

Cannabis und Schlaf auf einen Blick

Punkt Details
Einschlafen THC kann es kurzfristig erleichtern
REM-Schlaf kann durch THC verkürzt werden
Gewöhnung bei regelmäßigem Konsum häufig
Nach dem Absetzen Schlaf oft vorübergehend schlechter
CBD wirkt anders, nicht berauschend
Studienlage begrenzt, weitere Forschung nötig

Was im Schlaf passiert

In der Nacht durchlaufen wir mehrere Schlafzyklen. Die Infografik zeigt die Phasen und den möglichen Einfluss von THC.

Infografik des Schlafzyklus mit Einschlafen, Tiefschlaf und REM-Schlaf sowie dem Hinweis, dass THC den REM-Schlaf verkürzen kann
Abbildung 1: Der Schlafzyklus – THC kann den REM-Anteil verkürzen.

Kurzfristig vs. langfristig

Der wichtigste Punkt: Was kurzfristig hilft, kann auf Dauer zum Problem werden. Die Grafik stellt beides gegenüber.

Schlaf: kurz- und langfristig

KurzfristigLangfristigschnelleres Einschlafensubjektiv ruhigerGewöhnungweniger REM-Schlafschlechter nach AbsetzenWirkung lässt nach

Abbildung 2: Kurzfristige Effekte und mögliche langfristige Nachteile.

Wer regelmäßig konsumiert, braucht oft mehr für den gleichen Effekt. Das nennt man Gewöhnung. Setzt man dann ab, kann der Schlaf eine Zeit lang schlechter sein. Bei dauerhaften Schlafproblemen ist deshalb eine ärztliche Abklärung sinnvoller als Selbstbehandlung.

Und was ist mit CBD?

CBD wirkt anders als THC und macht nicht „high“. In Studien wird es auch im Zusammenhang mit Schlaf untersucht, die Ergebnisse sind aber noch nicht eindeutig. Mehr dazu liest du im Artikel zu CBD: Wirkung und Anwendung. Ein Heilversprechen lässt sich daraus nicht ableiten.

Häufige Fragen zu Cannabis und Schlaf

Hilft THC beim Einschlafen?

Kurzfristig kann THC das Einschlafen erleichtern. Auf den gesamten Schlaf wirkt es aber nicht nur positiv.

Verändert Cannabis den Schlaf?

Ja. THC kann den REM-Schlaf, also die Traumphase, verkürzen.

Was passiert bei regelmäßigem Konsum?

Es kann eine Gewöhnung eintreten. Man braucht dann oft mehr für denselben Effekt.

Wird der Schlaf nach dem Absetzen schlechter?

Vorübergehend ist das möglich. Der Schlaf normalisiert sich danach meist wieder.

Ist CBD besser für den Schlaf als THC?

CBD wirkt anders und nicht berauschend. Ob es beim Schlaf hilft, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt.

Was tun bei dauerhaften Schlafproblemen?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoller als Selbstbehandlung, da die Ursachen vielfältig sein können.

Macht Cannabis am nächsten Tag müde?

Das ist möglich, besonders bei höheren Mengen oder spätem Konsum.

Referenzen und Quellen

  1. Babson, K. A., Sottile, J. & Morabito, D. (2017): „Cannabis, Cannabinoids, and Sleep: a Review of the Literature.“ Current Psychiatry Reports, 19(4), 23.
  2. National Academies of Sciences (2017): „The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids.“ Washington, DC.
  3. Suraev, A. S. et al. (2020): „Cannabinoid therapies in the management of sleep disorders.“ Sleep Medicine Reviews, 53, 101339.


Redaktioneller Informationsbeitrag für Erwachsene (18+). Keine Konsumaufforderung, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Stand bei Veröffentlichung; Gesetze und Studienlage können sich ändern.