
Cannabis hat Nebenwirkungen und Risiken. Kurzfristig sind das oft Mundtrockenheit, Schwindel, ein schneller Puls und manchmal Angst. Langfristig sind vor allem eine mögliche Abhängigkeit, Probleme mit Konzentration und Gedächtnis sowie Risiken beim Rauchen relevant. Besonders gefährdet sind Jugendliche, Schwangere und Menschen mit psychischer Vorbelastung. Dieser Text klärt sachlich auf.
Legal heißt nicht harmlos
Seit der Teil-Legalisierung ist Cannabis für Erwachsene erlaubt. Das bedeutet aber nicht, dass es harmlos ist. Wie bei Alkohol gilt: Es gibt Risiken, und es gibt Gruppen, für die der Konsum besonders riskant ist. Wer Bescheid weiß, kann besser auf sich achten.
Dieser Artikel klärt neutral über mögliche Folgen auf. Er ist keine medizinische Beratung. Wer Beschwerden hat oder unsicher ist, sollte ärztlichen Rat einholen.
Nebenwirkungen und Risiken auf einen Blick
| Zeitraum | Mögliche Folgen |
|---|---|
| Kurzfristig | Mundtrockenheit, rote Augen, schneller Puls, Schwindel |
| Kurzfristig (psychisch) | Angst, Unruhe, im Einzelfall Paranoia |
| Kurzfristig (Leistung) | schlechtere Konzentration und Reaktion |
| Langfristig | mögliche Abhängigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme[3] |
| Beim Rauchen | Belastung der Atemwege |
| Besondere Risikogruppen | Jugendliche, Schwangere, psychisch Vorbelastete |
Kurzfristige und langfristige Folgen
Man unterscheidet, was direkt nach dem Konsum passiert, und was sich über die Zeit entwickeln kann. Die Infografik zeigt beides.

Die kurzfristigen Effekte verschwinden meist von selbst wieder.[1] Die langfristigen Risiken hängen stark davon ab, wie früh, wie oft und wie viel jemand konsumiert. Gelegentlicher Konsum bei Erwachsenen ist anders zu bewerten als täglicher Konsum in jungen Jahren.[2]
Für wen ist Cannabis besonders riskant?
Manche Gruppen sind stärker gefährdet. Für sie ist Vorsicht besonders wichtig.
Besondere Risikogruppen
Abbildung 2: Für diese Gruppen ist der Konsum mit besonderen Risiken verbunden.
Bei Jugendlichen befindet sich das Gehirn noch in der Entwicklung. Früher und häufiger Konsum kann sich auf Konzentration und Gedächtnis auswirken. Bei einer Veranlagung für psychische Erkrankungen kann Cannabis das Risiko für Psychosen erhöhen. Deshalb gilt die Altersgrenze von 18 Jahren.
Wie lässt sich das Risiko senken?
Ganz ohne Risiko ist Cannabis nicht. Wer dennoch konsumiert, kann das Risiko aber verringern: später anfangen (nicht als Jugendlicher), selten und in kleinen Mengen konsumieren, nicht vor dem Autofahren und nicht mit Alkohol kombinieren. Auch die Konsumform spielt eine Rolle – Rauchen belastet die Atemwege stärker. Mehr Wissen zu Wirkstoffen findest du im Artikel zu CBD und zu Cannabis und Schlaf.
Akute Nebenwirkungen von Cannabis
Beim Konsum von Cannabis treten kurzfristig mögliche Nebenwirkungen auf. Typisch und meist harmlos sind trockener Mund, gerötete Augen, Herzrasen, Übelkeit und Schwindel. Deutlich spürbar ist die Beeinträchtigung von Konzentration und Reaktionsfähigkeit – die Wirkung von Cannabis beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit. Bei hoher Dosis THC können akut auch unerwünschte Effekte wie Angst, Paranoia oder kurze psychotische Zustände mit Halluzinationen auftreten. Wird Cannabis geraucht – oft gemischt mit Tabak –, belastet das zusätzlich die Atemwege.
Langfristige Risiken
Ein langfristiger Cannabiskonsum birgt eigene Risiken. An erster Stelle steht die Gefahr einer Abhängigkeit, vor allem bei täglichem Cannabis-Konsum. Über die Cannabinoide – allen voran das psychoaktive THC – kann regelmäßiger Cannabiskonsum bei entsprechender Veranlagung das Risiko für psychotische Störungen und Schizophrenie erhöhen; besonders gefährdet sind Jugendliche, deren Gehirn sich noch entwickelt. Zur Einordnung gehört aber auch: Eine tödliche Überdosis allein durch die Einnahme von Cannabis ist nicht zu befürchten – ein direkter Todesfall durch Cannabis ist nicht belegt. Auch bei medizinischem Cannabis können Nebenwirkungen auftreten, weshalb die Einnahme und die Wirkungen und Nebenwirkungen immer ärztlich begleitet werden. Wer den Einfluss von Cannabis auf die eigene Gesundheit ernst nimmt, hält den Gebrauch niedrig oder verzichtet.
Bei häufigem Gebrauch kommt es zur Toleranzentwicklung, später kann eine körperliche Abhängigkeit entstehen. Mit regelmäßiger Cannabiskonsum steigt das Risiko für anhaltende Probleme des Kurzzeitgedächtnisses. Wichtig ist die Unterscheidung der Wirkstoffe: Das berauschende Tetrahydrocannabinol verursacht die meisten unerwünschten Wirkungen, während Cannabidiol (CBD) nicht berauscht. In der Medizin werden Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol (synthetisches THC) gezielt und kontrolliert eingesetzt – auch dort traten Nebenwirkungen auf, weshalb Nutzen und mögliche Nebenwirkungen ärztlich abgewogen werden. Wer trotz dieser unangenehmen Wirkungen konsumiert, sollte die Safer-Use-Regeln beachten und hohe Dosen sowie die Mischung mit Nikotin meiden.
Häufige Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen
Kann man an einer Cannabis-Überdosis sterben?
Eine tödliche Überdosis allein durch Cannabis ist nicht zu befürchten. Sehr hohe Dosen sind aber sehr unangenehm und können Kreislauf und Psyche akut belasten.
Macht Cannabis psychisch krank?
Cannabis verursacht nicht zwangsläufig eine Erkrankung, kann aber bei Veranlagung das Risiko für Psychosen und Schizophrenie erhöhen – besonders bei früh beginnendem, häufigem Konsum.
Schadet Cannabis der Lunge?
Das Rauchen, vor allem mit Tabak, belastet die Atemwege. Schonender sind Verdampfen oder die orale Aufnahme.
Welche Nebenwirkungen hat Cannabis kurzfristig?
Häufig sind Mundtrockenheit, rote Augen, ein schneller Puls und Schwindel. Manchmal treten Angst oder Unruhe auf.
Kann man von Cannabis abhängig werden?
Ja, eine Abhängigkeit ist möglich. Das Risiko steigt mit früher, häufiger und hoher Dosierung.
Ist Cannabis für Jugendliche besonders riskant?
Ja. Das Gehirn entwickelt sich bis etwa 25. Früher Konsum kann Konzentration und Gedächtnis beeinträchtigen.
Kann Cannabis Psychosen auslösen?
Bei einer entsprechenden Veranlagung kann Cannabis das Risiko für Psychosen erhöhen.
Ist Rauchen schädlicher als andere Formen?
Rauchen belastet die Atemwege. Andere Konsumformen vermeiden diese Belastung, haben aber eigene Risiken.
Wie kann ich die Risiken senken?
Spät anfangen, selten und wenig konsumieren, nicht fahren, nicht mit Alkohol mischen.
Dürfen Schwangere Cannabis konsumieren?
Davon wird abgeraten. In Schwangerschaft und Stillzeit kann Cannabis dem Kind schaden.
Referenzen und Quellen
- National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (2017): „The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids: The Current State of Evidence and Recommendations for Research.“ National Academies Press, Washington, DC. DOI ↩
- Gage, S. H., Hickman, M., Zammit, S. (2016): „Association Between Cannabis and Psychosis: Epidemiologic Evidence.“ Biological Psychiatry, 79(7), 549–556. PubMed · DOI ↩
- Whiting, P. F., Wolff, R. F., Deshpande, S. et al. (2015): „Cannabinoids for Medical Use: A Systematic Review and Meta-analysis.“ JAMA, 313(24), 2456–2473. PubMed · DOI ↩
- Schmidt-Wolf, G., Cremer-Schaeffer, P. (2019): „Zwischenauswertung der Begleiterhebung zur Verschreibung von Cannabisarzneimitteln in Deutschland (BfArM).“ Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 62(7), 845–854. PubMed · DOI

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