Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Der aktuelle Stand


Moderne Parlamentsgebäude-Fassade unter klarem Himmel als Symbol für die Cannabis-Politik in Deutschland
Die Cannabis-Legalisierung in Deutschland läuft in mehreren Stufen.
Kurz erklärt

Die Legalisierung in Deutschland kommt in zwei Säulen. Die erste Säule gilt seit dem 1. April 2024: Erwachsene dürfen Cannabis besitzen, anbauen und über Vereine beziehen. Die zweite Säule – regionale[1] Modellprojekte mit reguliertem Verkauf – ist in Vorbereitung. Medizinisches Cannabis gibt es schon seit[2] 2017. Stand dieses Beitrags: Juni 2026.

Wo steht Deutschland gerade?

Seit 2024 ist Cannabis in Deutschland für Erwachsene teilweise legal. Das war ein großer Schritt. Doch die Reform ist damit nicht abgeschlossen. Die Regierung hatte ein Modell mit zwei Stufen geplant – den sogenannten zwei Säulen. Die erste ist umgesetzt, die zweite steht noch aus.

Dieser Artikel ordnet den aktuellen Stand ein. Die konkreten Regeln der ersten Säule erklärt ausführlich der Artikel zum Cannabis-Gesetz 2024. Hier geht es um das große Bild und die nächsten Schritte.

Die Stationen im Überblick

Der Zeitstrahl zeigt, was wann in Kraft trat oder geplant ist.

Zeitstrahl Legalisierung in Deutschland: 2017 Medizin, 2024 Besitz und Anbau, 2024 Anbauvereinigungen, geplant Modellprojekte
Abbildung 1: Die wichtigsten Stationen der Legalisierung in Deutschland.
  • 2017: Medizinisches Cannabis wird auf Rezept möglich.
  • 1. April 2024: Besitz und Eigenanbau für Erwachsene werden erlaubt (erste Säule).
  • 1. Juli 2024: Anbauvereinigungen dürfen starten.
  • geplant: regionale Modellprojekte mit reguliertem Verkauf (zweite Säule).

Die zwei Säulen erklärt

Das Modell teilt die Legalisierung in zwei Teile. Die Grafik stellt sie gegenüber.

Säule 1 und Säule 2

Säule 1 – aktivSäule 2 – geplantBesitz erlaubtEigenanbau (3 Pflanzen)Anbauvereinigungenseit 2024 in KraftModellprojekteregulierter Verkaufwissenschaftlich begleitetnoch in Vorbereitung

Abbildung 2: Säule 1 ist umgesetzt, Säule 2 noch in Vorbereitung.

Mehr zur geplanten zweiten Säule liest du im Artikel zu den Modellprojekten. Wie die Anbauvereinigungen aus Säule 1 funktionieren, steht im Artikel zu den Cannabis Social Clubs.

Wie geht es weiter?

Die erste Säule wird wissenschaftlich begleitet und überprüft. Aus diesen Erfahrungen sollen Lehren für die nächsten Schritte gezogen werden. Die zweite Säule mit reguliertem Verkauf hängt zusätzlich von europäischem Recht ab. Deshalb ist sie als regionales Modellprojekt geplant, nicht als sofortiger bundesweiter Verkauf. Wann genau sie startet, war zum Stand Juni 2026 noch offen.

Was seit der Legalisierung konkret gilt

Seit dem 1. April 2024 regelt das KCanG den Umgang mit Cannabis für Erwachsene ab 18 Jahren. Erlaubt sind der Konsum von Cannabis und der Besitz von bis zu 25 Gramm in der Öffentlichkeit sowie 50 Gramm Cannabis zu Hause. Auch der private Eigenanbau von bis zu drei Cannabispflanzen für den Eigenkonsum ist gestattet. Diese Regelung erfasst sowohl Blüten als auch Haschisch.

Wichtig: Der Erwerb in einem Geschäft ist weiterhin nicht möglich – legalen Nachschub gibt es nur über den eigenen Anbau von Cannabis oder den gemeinschaftlichen Anbau in Anbauvereinigungen (Cannabis Social Clubs). Die kommerzielle Weitergabe von Cannabis bleibt verboten. Großen Wert legt das Gesetz auf Kinder- und Jugendschutz, Suchtprävention und Gesundheitsschutz: So informiert etwa die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über Risiken, und es gelten Konsumverbote in der Nähe von Schulen. Auch ein maximaler THC-Gehalt für die Abgabe an junge Erwachsene ist vorgesehen.

Häufige Fragen zum Stand der Legalisierung

Wie geht es mit der Cannabis-Legalisierung weiter?

Geplant war als zweite Säule ein Modellversuch mit lizenziertem Verkauf. Ob und wann er kommt, ist politisch offen und hängt von der Bundesregierung ab.

Was ist, wenn der Nachbar kifft?

Privater Konsum Erwachsener ist erlaubt. Bei erheblicher, dauerhafter Geruchsbelästigung gelten dieselben Regeln wie bei Tabak.

Was kostet 1 Gramm Cannabis legal?

Im legalen Rahmen gibt es keinen freien Verkauf. In Anbauvereinigungen fallen Mitglieds- und Kostenbeiträge an; der Eigenanbau verursacht nur Sachkosten.

Ist Cannabis in Deutschland schon vollständig legal?

Nein. Besitz und Eigenanbau sind erlaubt (Säule 1). Ein regulärer Verkauf im Geschäft ist es nicht.

Was sind die „zwei Säulen“?

Säule 1 umfasst Besitz, Eigenanbau und Anbauvereinigungen. Säule 2 sind geplante Modellprojekte mit reguliertem Verkauf.

Seit wann gilt Säule 1?

Seit dem 1. April 2024, die Anbauvereinigungen seit dem 1. Juli 2024.

Wann kommt der legale Verkauf?

Das war zum Stand Juni 2026 noch offen. Er ist als regionales Modellprojekt geplant.

Gibt es schon Cannabis-Geschäfte?

Nein. Legale Quellen sind der Eigenanbau und die Anbauvereinigungen.

Seit wann gibt es medizinisches Cannabis?

Auf Rezept schon seit 2017, also lange vor der Teil-Legalisierung.

Kann die Reform wieder zurückgenommen werden?

Gesetze können sich ändern. Maßgeblich ist immer der aktuelle Stand – diesen Beitrag haben wir mit Juni 2026 datiert.

Referenzen und Quellen

  1. Konsumcannabisgesetz (KCanG), in Kraft seit 1. April 2024 (verkündet als Teil des CanG, BGBl. 2024 I Nr. 109). gesetze-im-internet.de
  2. Bundesministerium für Gesundheit (BMG): „Das Cannabisgesetz – Fragen und Antworten.“ bundesgesundheitsministerium.de
  3. European Union Drugs Agency (EUDA): „Germany – Drug laws and legal status.“ euda.europa.eu


Redaktioneller Informationsbeitrag für Erwachsene (18+). Keine Konsumaufforderung, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Stand bei Veröffentlichung; Gesetze und Studienlage können sich ändern.

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