
Die zweite Säule der Legalisierung sind regionale Modellprojekte. In ausgewählten Regionen soll Cannabis legal produziert und an Erwachsene verkauft werden – streng kontrolliert und wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, Erfahrungen mit einem regulierten Markt zu sammeln. Anders als die erste Säule erlaubt die zweite einen echten Verkauf. Stand: Juni 2026 ist sie in Vorbereitung.
Was ist die zweite Säule?
Die Legalisierung in Deutschland ist in zwei Stufen gedacht. Die erste Säule (Besitz, Eigenanbau, Vereine) gilt seit 2024. Den Überblick dazu gibt der Artikel zum Stand der Legalisierung.
Die zweite Säule geht weiter: Sie soll einen regulierten Verkauf ermöglichen – allerdings nicht sofort überall, sondern zunächst als befristetes Modellprojekt in einzelnen Regionen. Wissenschaftler beobachten dabei, wie sich ein legaler Markt auf Konsum, Jugendschutz und Schwarzmarkt auswirkt.
So sollen die Modellprojekte ablaufen
Vereinfacht gesagt läuft es in drei Schritten. Die Infografik zeigt sie.

Beteiligte Unternehmen oder Kommunen stellen einen Antrag. Wird er genehmigt, entsteht eine geschlossene, kontrollierte Lieferkette: vom Anbau über die Verarbeitung bis zur Abgabe an erwachsene Teilnehmende. Begleitende Forschung wertet die Ergebnisse aus.
Was ist anders als in Säule 1?
Der entscheidende Unterschied liegt im Verkauf. Die Grafik macht ihn deutlich.
Verkauf: der große Unterschied
Abbildung 2: Erst die zweite Säule erlaubt einen kontrollierten Verkauf.
In Säule 1 bekommt man Cannabis nur über den Eigenanbau oder eine Anbauvereinigung. In den Modellprojekten der Säule 2 wäre erstmals ein legaler Kauf möglich – allerdings nur für Teilnehmende in den jeweiligen Regionen.
Warum nur ein Modellprojekt?
Ein sofortiger bundesweiter Verkauf wäre rechtlich schwierig, vor allem wegen europäischer Vorgaben. Ein befristetes, wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt ist der vorsichtigere Weg. Es liefert Daten, ohne gleich das ganze Land umzustellen. Auf dieser Basis kann die Politik später entscheiden, ob und wie ein regulierter Markt ausgeweitet wird.
Häufige Fragen zu den Modellprojekten
Was ist die zweite Säule der Legalisierung?
Regionale Modellprojekte, in denen Cannabis legal produziert und an Erwachsene verkauft werden soll.
Was ist der Unterschied zur ersten Säule?
In Säule 1 gibt es keinen Verkauf. In Säule 2 ist ein regulierter Verkauf in Modellregionen vorgesehen.
Kann jeder dort Cannabis kaufen?
Nein. Vorgesehen ist die Abgabe nur an erwachsene Teilnehmende in den jeweiligen Regionen.
Warum gibt es kein sofortiges Verkaufsmodell für ganz Deutschland?
Vor allem wegen europäischer Vorgaben. Deshalb der vorsichtige Weg über Modellprojekte.
Wer begleitet die Projekte?
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werten aus, wie sich der legale Markt auswirkt.
Wann starten die Modellprojekte?
Das war zum Stand Juni 2026 noch nicht abschließend festgelegt.
Was soll untersucht werden?
Unter anderem die Auswirkungen auf Konsum, Jugendschutz und den Schwarzmarkt.
Referenzen und Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Eckpunktepapier zum 2-Säulen-Modell der Cannabis-Politik.
- Gesetz zum kontrollierten Umgang mit Cannabis (CanG), 2024, sowie begleitende Materialien.
- Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Unterlagen zu regulierten Cannabis-Modellprojekten.
