
Bei Migräne gibt es einzelne Hinweise, dass Cannabis Häufigkeit oder Intensität der Attacken verringern könnte. Eine Theorie ist ein möglicher Mangel im Endocannabinoid-System. Belastbare große Studien fehlen aber noch. Cannabis ist kein zugelassenes Migräne-Mittel und kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Dieser Text informiert nur.
Warum Cannabis bei Migräne erforscht wird
Migräne ist mehr als Kopfschmerz: Sie geht oft mit Übelkeit und Lichtempfindlichkeit einher. Eine Hypothese der Forschung ist, dass bei manchen Menschen das körpereigene Endocannabinoid-System aus dem Gleichgewicht ist. Genau hier setzen die Wirkstoffe der Hanfpflanze an.
Wie Cannabis allgemein bei Schmerzen eingeordnet wird, zeigt der Artikel zu Cannabis bei Schmerzen.
Cannabis und Migräne auf einen Blick
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Studienlage | begrenzt, einzelne Hinweise |
| Mögliche Effekte | weniger oder mildere Attacken (in Berichten) |
| Theorie | Ungleichgewicht im Endocannabinoid-System |
| Zulassung | keine spezielle für Migräne |
| Selbstbehandlung | nicht ratsam |
Was die Forschung zeigt
Es gibt erste Untersuchungen und viele Erfahrungsberichte, aber noch keine großen, eindeutigen Studien.[1] Die Einordnung:
Studienlage bei Migräne
Abbildung 1: Spannend, aber noch nicht abschließend belegt.
Aus dieser Lage lässt sich kein Heilversprechen ableiten. Migräne sollte ärztlich abgeklärt und behandelt werden – auch, um andere Ursachen auszuschließen.
Vorsicht: Medikamenten-Kopfschmerz
Ein wichtiger Hinweis: Werden Mittel gegen Kopfschmerz zu häufig eingesetzt, können sie selbst Kopfschmerzen auslösen. Auch deshalb ist die ärztliche Begleitung wichtig. Mögliche Nebenwirkungen von Cannabis stehen im Artikel zu den Risiken.
Cannabis gegen Migräne: was die Forschung zeigt
Bei medizinischem Cannabis gegen Migräne setzt man auf das Zusammenspiel von THC und CBD sowie weiteren Cannabinoiden. Manche Patienten berichten, dass sich einzelne Symptome oder Migräneattacken damit lindern lassen – vor allem bei chronischer Migräne, wenn übliche Mittel nicht ausreichen. Belastbar belegt ist das aber noch nicht für alle Fälle.
2022 wurde eine vielbeachtete Studie vorgestellt: laut Berichten die erste randomisierte kontrollierte Studie mit positiven Hinweisen zu medizinischem Cannabis bei akuter Migräne (englisch randomized controlled trial). Eine Anwendung von medizinischem Cannabis – etwa zum Inhalieren – bleibt dennoch ärztlich begleitet. Die Behandlung mit medizinischem Cannabis und die richtige Dosierung entscheidet immer der Arzt; dieser Text zu Cannabis gegen Kopfschmerzen und Migräne ist neutrale Information, keine Heilaussage.
Häufige Fragen zu Cannabis und Migräne
Ist es gut, Cannabis zu konsumieren, wenn man Migräne hat?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Manche berichten von Linderung, bei anderen können Kopfschmerzen sich verschlimmern. Eine Anwendung gehört in ärztliche Hände.
Welche Cannabissorte hilft gegen Kopfschmerzen?
Es gibt keine belegte „beste“ Sorte. Entscheidend ist eher das Verhältnis von THC und CBD; das stimmt man individuell mit dem Arzt ab.
Welche Droge hilft gegen Migräne?
Zur Akutbehandlung gibt es zugelassene Migräne-Medikamente. Cannabis ist kein Standardmittel, wird aber in Einzelfällen ärztlich eingesetzt.
Welche Cannabissorte eignet sich gut gegen Migräne?
Pauschal keine. Studien deuten auf einen möglichen Nutzen hin, eine konkrete Sorten-Empfehlung lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Hilft Cannabis gegen Migräne?
Es gibt einzelne Hinweise, aber keine großen, eindeutigen Studien. Ein Heilversprechen lässt sich nicht ableiten.[1]
Was ist die Theorie dahinter?
Ein mögliches Ungleichgewicht im Endocannabinoid-System, an dem Cannabis ansetzen könnte.
Ist Cannabis für Migräne zugelassen?
Nein, es gibt keine spezielle Zulassung dafür.
Kann Cannabis Kopfschmerzen auch auslösen?
Möglich ist das. Auch andere Mittel können bei zu häufigem Gebrauch Kopfschmerz verursachen.
Sollte ich Migräne selbst mit Cannabis behandeln?
Nein. Migräne gehört ärztlich abgeklärt und behandelt.
Wer entscheidet über eine Behandlung?
Die behandelnde ärztliche Praxis im Einzelfall.
Referenzen und Quellen
- Cuttler, C., Spradlin, A., Cleveland, M. J., Craft, R. M. (2020): „Short- and Long-Term Effects of Cannabis on Headache and Migraine.“ The Journal of Pain, 21(5–6), 722–730. PubMed · DOI ↩ a b
- National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (2017): „The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids: The Current State of Evidence and Recommendations for Research.“ National Academies Press, Washington, DC. DOI
- Wang, L., Hong, P. J., May, C. et al. (2021): „Medical cannabis or cannabinoids for chronic non-cancer and cancer related pain: a systematic review and meta-analysis of randomised clinical trials.“ BMJ, 374, n1034. PubMed · DOI

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